01/16/2015 20:56

Sinn, Fragwürdigkeit und Zukunft des Kunst- und Kulturtourismus

 

 
 
 

Diese Fragen betreffen auch einen Verein wie philosophiekunst und unsere Reisen in die „angesagten“ Kulturmetropolen Europas vor dem eindeutigen Hintergrund der kunstaffinen Attraktivität dieser Städte. Sie fordern uns heraus, welche Ziele wir verfolgen und welche Versprechungen sich die Teilnehmer vorstellen und ob diese auch erfüllt werden. In weit größerem Ausmaß sind aber die Organisatoren der Reisen eingebunden, weil ein durch- organisierter Fünf-Tage-Trip vor, während und nach der Reise volles Engagement und physische wie psychische Stabilität voraussetzen. Sicherlich können sich alle vorstellen, welcher Arbeitsaufwand und welche Energie bei der Vorreise und der darauf folgenden minutiösen Planung der Reisedurchführung notwendig sind, um den Teilnehmern ein Höchstmaß an positiver Erlebnisqualität und kunstgeschichtlicher Information bieten zu können.
Daraus folgert eine weitere Frage, die den Sinn, aber auch die Fragwürdigkeit von Kulturreisen dieser Art durchleuchten, wenn Kunst und Kultur im Ablauf einer derartigen Tour sehr schnell als Konsumartikel oder Kompensationsfaktor verstanden werden, welche das spezifische substantielle Angebot an Kultur und Kunst in Museen, Bauwerken oder Events als willkommenes Beiwerk  zu den kommerziellen Vorlieben oder Wünschen im Bereich Unterkunft, Shopping oder Gastronomie gesehen und primär genutzt werden. Sind Megamuseen oder -Kulturbauten in Zeiten leerer Kassen und zunehmender sozialer Spaltungen und Klassenauseinandersetzungen der Stadtgesellschaften noch opportun oder zeigen sie nur die ästhetisch perfektionierte Maske eines den Gesetzen der Märkte unterworfenen gnadenlosen Konkurrenzkampfes der Metropolen, um noch mehr Touristen aus aller Welt anzulocken, um weitere Immobilien oder Internetblasen zu erzeugen oder die Gentrifizierungen im Zuge von Profitgelüsten voranzutreiben? 
Die Reise nach Marseille hat eindeutig gezeigt, wie Glanz und Elend der Großstädte zwar nebeneinander wohnen, aber zunehmend auseinandergedriften, indem die Kluft zwischen oben und unten immer tiefer wird - ein Phänomen, welches wir überall in Europa und in der Welt beobachten; während die Migranten und sozialen Absteiger einer „marktkonform gewordenen Demokratie“ in den Banlieus, die kaum ein Tourist zu betreten wagt, um ihr tägliches Dasein kämpfen müssen und nichts haben, wird das Zentrum der Stadt mit Renommierbauten und durchgestylten Einkaufsmeilen aufpoliert, um den Wünschen einer zahlungskräftigeren Touristenklientel gerecht werden zu können, was wiederum den gebeutelten Steuersäckel angeblich zu füllen vermag. Das Projekt Euromediterranée zeigt exemplarisch, dass Marseille, welches jahrelang durch bürokratische Missstände, Korruption und industriellem Niedergang, ganz vorne im Mittelmeerraum mitspielen will, das Beispiel Barcelona oder Genua immer vor Augen  habend. 
Die drei neuen Museumsbauten im Vieux Port: das MUCEM, die Villa Mediterranée, das J1 und das Musée Regards de Provence waren sicherlich angesichts der kulturellen Dürre in Marseille dringend notwendig, ob sie aber die kulturpolitischen und gesellschaftlich notwendigen Aufgaben dieser Vielvölkerstadt (250.000 islamisch geprägte Migranten bei einer Einwohnerzahl von 851.000) erfüllen können, bleibt zunächst fraglich, allemal sind sie schön anzuschauen und werden mit ihren Ausstellungsangeboten zumindest dem kulturellen Mainstream gerecht, der wiederum kohärent mit einer gewollten ökonomischen Aufwertung der Stadt im Bunde ist. Das Milliardenprojekt entlang der alten Hafenkante muss sich rechnen und somit erscheint es den Verantwortlichen in Stadt und Region legitim, unmittelbar vor den beiden Museen Villa Mediterranée und MUCEM eine Anlegestelle für größte Kreuzfahrschiffe zu errichten. Und in den umgebauten alten Arkaden unterhalb der neubyzantischen Kathedrale Sainte-Marie-Majeure de Marseille werden hochkarätige Designershops, Modelabel und andere exklusive Geschäfte einziehen, ganz im Sinne eines Touristenstroms, der dann kaufend rund um den alten Hafen pilgern wird. Ob das unserer lieben Mutter, die von der Kirche Notre Dame de la Garde auf die Stadt hinunter schaut, gefallen wird, ist fraglich, ihr gegen den azurblauen Himmel in Gold getauchte, glänzende Statue hat allerdings schon so allerhand zwischen Gut und Böse in der Vergangenheit zu sehen bekommen. Wir Reisende staunen und freuen uns über einen scheinbar neuen Anziehungspunkt, der aber tatsächlich in der Geschichte dieser Stadt immer ein willkommener Hafen war; die deutschen Emigranten, die in den schäbigen Hotels im Panier- und Nouaillesviertel der Naziherrschaft mit letzter Hoffnung entkommen waren, wie die Algerier, Marokkaner, Tunesier oder Senegalesen die ebenso aus der Armut und Hoffnungslosigkeit ihrer Heimatländer in die phokäische Stadt gespült wurden. In den modern renovierten Docks entstehen neue Arbeitsplätze im IT-Gewerbe, in Handelsgesellschaften und Kommunikationsunternehmen. Die Stadt wird boomen und vielleicht sogar der großstädtische Gegenpol zu Paris werden, aber wie in Paris wird sich in den Wohnblocks an der Peripherie wahrscheinlich nichts ändern. Ohnehin steht Frankreich vor der Mammutaufgabe, aus der wirtschaftlichen Talfahrt selbst gestrickter Unfähigkeit wieder herauszukommen, um in Europa die Rolle einzunehmen, die dem Land traditionell gebührt. Wenn ich über meine diversen Reisen nach Marseille ein Resumée abgeben muss, werde ich immer bestätigen, dass mir diese so bunte und wuselige Stadt unglaublich gut gefallen hat, dass ich die Museen und Kirchen, die Paläste und Parks wohltuend genossen habe und als veritabler Petanquespieler immer sagen würde, ich habe noch eine Kugel in Marseille.
„Wenn man sich ansieht, was das Ausmaß der Innovation antreibt oder die Höhe des Wirtschaftswachstums und des Wohlstands, dann zeigt sich, dass Orte mit einem vergleichsweise höheren Anteil an der kreativen Klasse auch höheres Wirtschaftswachstum haben, höhere Einnahmen, höhere Löhne, mehr Innovation“
(Richard Florida - The Rise of the Creative Class - 2002)
Die kreative Klasse, so viel Richard-Florida-Zitate hat man gehört, braucht Kultur und schafft zugleich Mehrwert. Gerade in Städten mehren sich die Ansätze, Kultur als Standortfaktor zu subsumieren, in denen sie untergeht im Mischmasch aus Werbe- und Medienindustrie. Und schließlich gibt es hausgemachte Probleme: Wenn die etablierte Kultur wie Oper, Ballett, Theater, zuletzt auch Kino, an der Mehrheit der Bürger und der Jugend vorbei stattfindet, riskiert sie ihre Existenzberechtigung.
(Auszug aus demo, 07.07.2008 - Stefan Grönebaum)
Der ökonomische Wettlauf der Metropolen scheint sich ganz nach Floridas Thesen zu vollziehen, aber ist das gerade in Europa nicht der Untergang traditioneller Kulturparadigmen, kultureller topografischer Eigenheiten, Auffrischung der bestehenden Kultur durch eine virulente Subkultur und nicht zuletzt die Opferung gewachsener und lebendiger Strukturen auf dem Altar der Marktökonomie und der Profitmaximierung für eine begüterte Minderheit? Die französische Revolution war ein kultureller und epochaler Zeitschnitt und hat eine Entwicklung auf den Weg gebracht, von dem heute immer noch alle demokratischen Staaten und Gesellschaften profitieren, allein die ethischen und moralischen Grundsätze, die sich in der Formel „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ manifestieren, ermöglichten erst die Geburt neuer kultureller Werte, auch wenn die fortschreitende Industrialisierung und der Umbau in die bürgerlich-proletarische Klassengesellschaft sich wenig später als gefährliche Fehlentwicklungen erwiesen. Allerdings erscheint es als naive Spekulation, wenn man heute fragen würde, was wäre wenn. 
Heute können wir im Prozess der europäischen Einigungsunternehmungen oder -versuche mit einem gewissen Stolz, aber auch mit Demut behaupten, dass die Staaten zwischen Portugal und Polen, zwischen Island und Italien mehr oder weniger stabile Demokratien sind und trotz vieler desaströser Kriege oder kriegerischer Konflikte, trotz ideologischer und religiöser Auseinandersetzungen und trotz bedenklicher Klassenunterschiede Europa sein Erbe bewahrt hat und mit seiner so vielfältig wuchernden Kultur weltweit einzigartig ist. Natürlich haben die flächendeckenden Verwüstungen zweier Weltkriege im letzten Jahrhundert so viel Kultur zerstört, dass man es kaum nachhalten kann, aber wer durch die europäischen Länder reist, wird immer wieder vom Reichtum einer mehr als zweitausendjährigen kulturellen Entwicklungszeit in Atem gehalten und überrascht.
Aber: zu diesen Ausführungen passt sehr gut das Zitat des deutschen Schriftstellers Oscar-Maria Graf (1894-1967)
„Europa ist zweifellos die Wiege der Kultur. Aber man kann nicht sein ganzes Leben in der Wiege verbringen.“
Wir, die wie einige seit 10 Jahren den Verein philosophiekunst tragen und weiterentwickeln, bieten Jahr für Jahr Reisen in Städte an, die sich im Wandel befinden, die neue Akzente setzen oder neue kulturelle Glanzlichter gesetzt haben, so waren wir auch in Bilbao, einer einstmals stolzen Industriestadt im Baskenland, die Mitte der 70er Jahre endgültig dem Verfall geweiht zu sein schien, dessen einstmals reiche Vergangenheit in trostloser Arbeitslosigkeit und heruntergekommenen Industrie- und Hafenanlagen zu versinken drohte. Mit dem Bau des Guggenheim-Museums durch den weltbekannten Stararchitekten Frank O. Gehry zog sich die Stadt mit einem ungeheuren Kraftakt selbst aus dem Sumpf und erlebt heute eine neue Blüte, die allerdings auch mit Vorsicht zu beobachten ist, weil die rasende Globalisierung im Guten wie im Schlechten vor nichts Halt macht. Dieses Phänomen, das Bilbao seitdem gekennzeichnet hat, wird allgemein als der „Bilbao-Effekt“ bezeichnet und viele Städte Europas, die in einer ähnlich prekären wirtschaftlichen Situation gelandet waren, versuchten diesen Effekt nachzuahmen, weil allein die Kraft der Kultur und der Kunst die Möglichkeit zu erwecken schien, sich zu stabilisieren und im weltweiten Konkurrenzkampf der Metropolen mithalten zu können. Um der Wahrheit gerecht zu werden, muss man allerdings auch anmerken, dass die Voraussetzung für den Boom Bilbaos die infrastrukturelle Einbeziehung heterogener Stadtteile, die zusammenhanglos vor sich hindümpelten, urbanes Leben und Arbeiten erst wieder möglich machten. Eine einzige Metrostrecke, die diese Orte miteinander verband, wurde zur neuen Lebensader der Stadt. 
Und so begann es in den Ausschüssen und Gremien einiger Stadtparlamente zu kochen, weil man sich viel davon versprach, es den Bilbaoanern gleich zu tun und mit Stararchitekten und der urplötzliche Besinnung auf die Ausstrahlung von Kunst und Kultur ihrem Dilemma ein Ende zu bereiten zu wollen. Prominenteste Beispiele sind die Architekten Zaha Hadid, Daniel Libeskind und Peter Eisenmann und Museumsprojekte für Rom, Denver oder Santiago de Compostela in Galicien/Nordspanien. Was als Hubwagen für die Attraktivität der Städte gedacht war, erwies sich schnell als marktschreierische und selbstverliebte Imagebildung ohne Nutzen vor Ort.
Das MAXXI in Rom, jenes futuristische Dekonstruktionsdenkmal für Zaha Hadid erweist sich für seriös arbeitende Kuratoren als nahezu unbespielbar, die Gigantomanie des Museums-ensemble in Santiago de Compostela wurde nur teilweise eröffnet und wird der Nachwelt als überdimensionale Bauruine erhalten bleiben. Diese als spektakulär angepriesene Event-Architektur erweist sich als Desaster einer unseligen Partnerschaft zwischen Architekten und Kommunalpolitikerhybris - wie in Beton gegossene neue Kaiserkleider.
Übrigens ist der hochgezüchtete und tief gefallene Bauboom in Spanien, diese gigantische Immobilienblase, die ganz Spanien mitunter an den Abgrund führte, auch auf ein falsches Einordnen des „Bilbao-Guggenheim-Effektes zurückzuführen. 
In Deutschland sollte man aber vorsichtig sein, Häme auf die europäischen Nachbarn auszuschütten, die Elbphilharmonie in Hamburg, der Berliner Flughafen und das Zentralarchiv in Duisburg sprechen eine eindeutige Sprache.
Weil all diese Fragen und gesellschaftlichen Entwicklungen auch die Pläne und Programme von philosophiekunst tangieren, will ich einige Reisen der letzten Jahre Revue passieren lassen, um unseren Standpunkt und unseren Anspruch mit all seinen Folgen wie auch möglichen Widersprüchen beleuchten.
Wir waren in Antwerpen und Metz, wir waren in Lens und sind immer wieder auf die Biennale nach Venedig gefahren. Auch ohne die phantasievolle Architektur des Centre Pompidou in Metz ist diese Stadt mit seiner Geschichte immer eine Reise wert, am Rande der Autobahn Richtung Süden gelegen, flog sie bei der Autofahrt schnell vorbei, man machte sich keine Gedanken über die im 19. Jahrhundert stark wilhelminisch geprägte Garnisonstadt, deren Wurzeln bis weit vor der Römerzeit datiert sind, eine Stadt, die in den letzten 2000 Jahren viel erlebt, gesehen und erlitten hat, eine Stadt, die man heute mehr denn je beachten muss. Wir sind immer vorbeigefahren und erst das Ereignis, dass das Centre Pompidou in Paris in Metz eine eigenständige Dependance errichten würde, machte alle Welt auf Metz aufmerksam. So wunderbar dieses neue Museum des japanischen Architekten Shigeru Ban mit seinen Exponaten auch sein mag, Metz ist auch ohne dieses architektonische Wunder in allen Straßen und auf allen Plätzen kunst- und kulturgeschichtlich bestaunenswert. Ob Metz, eine Stadt im Industrierevier an der unteren Mosel, Eisen und Kohle prägten diese Region, vom Bilbao-Effekt des muschelförmigen Baus profitieren wird, ist offen, man kann aber jetzt schon sagen, dass durch dieses Museum in der lothringischen Provinz der verkrustete Pariser Zentralismus zumindest für die gesamte ostfranzösisch, luxemburgisch, und saarländische Industrielandschaft eine Offenbarung und Neudefinition nach sich zog. Gleiches geschah in Lens, eine originäre Arbeiterstadt im nordfranzösischen Kohlerevier, die eigentlich nur Fußballfans kannten, weil der örtliche Verein in der 1. französischen Division mitmischte und während der Fussballwelt-meisterschaft 1998 für unrühmliche Schlagzeilen sorgte, weil deutsche Hooligans einen französischen Gendarm fast zu Tode prügelten. Lens bei Lille und Roubaix gelegen war und ist wirtschaftlich am Ende, weil ein Strukturwandel wie er derzeit im Ruhrgebiet erlebt wird, dort verschlafen wurde.
Nun steht dort seit Anfang des Jahres ein neuer Louvre, wie ein unspektakuläres „Bungalowsystem“, welches wiederum in seiner Einfachheit Staunen macht. Was die Zukunft für Lens und seinen Louvre bereit hält, ist ungewiss. Eine der ersten Maßnahmen, den Eintritt wegen der strukturschwachen Arbeiterstadt zu erlassen, scheint ein Schritt in eine viel versprechende Richtung zu sein.
Antwerpen, die bedeutende und altehrwürdige Hafenstadt an der Schelde, 1993 Kulturhauptstadt Europas, weckte auch wegen eines neuen Museums unser Interesse und diese Neugier wurde reichlich belohnt. Für viele Touristen stand Antwerpen fälschlicherweise wegen seines Megahafens und seinen vorstädtischen weiten Industrieansiedlungen im Schatten von Brüssel wie von Gent und Brügge, die als die Perlen belgischer Kunst und Architektur des Mittelalters galten, dabei lebte und arbeitete der einzige als Malerfürst Belgiens zu nennende Künstler Peter Paul Rubens die meiste Zeit seines Lebens in dieser Stadt, die auch als Metropole des Diamantenhandels gilt.
Antwerpen und das „Museum aan de Stroom“ war ein Highlight der philosophiekunst-Reisen, aber auch Antwerpen war schon vor dem Bau dieses Museums ein so facettenreiche und vielseitig zu entdeckende Stadt, dass dieses Museum lediglich als weiterer Meilenstein der Stadtentwicklung zu betrachten ist. Es muss erwähnt sein, dass dieses Museum im Gegensatz zu den illustren Museen vorher genannter Stararchitekten, wie ein einfacher, aber solider Speicherbau wirkt, was aber genau der Bedeutung und der  Funktion eines themenübergreifenden Museums entspricht. Der rote kubusartige Klinkerbau mit den „Glasfriesriegeln“ passt genau in das alte Hafenviertel und korrespondiert wunderbar mit der mittelalterlichen Architektur der Altstadt.
 
Um zum Ursprung dieser Abhandlung über Sinn, Fragwürdigkeit und Zukunft des Kulturtourismus zurückzukommen, ist folgendes
Zitat aus der Internetzeitschrift „Kulturtourismus und kulturelles Kapital“ als soziologische Definition  auch für unsere Art der Kunst- und Kulturreisen entsprechend analytisch informativ:
Zitat aus der Internetzeitschrift „Kulturtourismus und kulturelles Kapital“ als soziologische Definition  auch für unsere Art der Kunst- und Kulturreisen entsprechend analytisch informativ:
Die feinen Unterschiede des Reiseverhaltens.
G. Christian Steckenbauer (Salzburg)
Der „Specific Cultural Tourist“ ist jener Gast, bei dem „Kultur“ (im weiteren Sinn; vgl. oben) Hauptgrund oder zumindest wichtiger Grund einer Reise ist. Man hat hier den klassischen „Studienreisenden“ (den „Grandtourist“) vor Augen, der, wie einst Johann Wolfgang von Goethe auf seiner „Italienischen Reise“ (1786-1788), die „Kultur“ eines Ortes „erfahren“ will. Darunter fallen zum einen sicherlich Reisen zu den kulturhistorisch bedeutsamen Bauwerken des klassischen Altertums (auch als „Trümmertourismus“ verunglimpft), zum anderen aber zunehmend Reisen mit dem Zweck, an kulturellen „Events“ teilzunehmen: Opern, Musicals, Ausstellungen, (Kunst-) Messen etc. sind hier Stichworte. Nicht zu vergessen sind auch jene Reisen, die ein Kennenlernen der „Kultur“ der einheimischen Bevölkerung zum Ziel haben - „Ethnotourismus“ lautet das entsprechende Schlagwort aus der Tourismuswirtschaft.
Da jetzt oder in absehbarer naher Zukunft das neue Programm für 2014 eruiert, besprochen und festgelegt wird, steht Amsterdam im Fokus des Interesses. Amsterdam galt für Kunstinteressierte in den letzten Jahren als nicht sehr interessant, weil die beiden großen Museen Rijks- und Stedelijkmuseum wegen Umbaus oder Renovierung geschlossen waren. Beide Museen gelten aber bei Kunstkennern als die wichtigsten Museen der Niederlande und ein Besuch dieser historischen Ausstellungshallen waren immer Bestandteil jeder Reise nach Amsterdam. Die Neueröffnung beider Museen weckt bei vielen Reiselustigen die Begierde, wieder einmal eine Städtetour in die holländische Metropole zu unternehmen. An diesem Beispiel kann man ablesen, wie wichtig tatsächlich die bedeutenden, traditionsbehafteten Museen für eine große Stadt sind, was übrigens für kleinere Häuser in mittelgroßen wie kleinen Städte genauso gut gilt (siehe Emden mit dem Nannen-Museum, die Würth-Museen in Künzelsau und Schwäbisch-Hall oder das Burda-Museum in Baden-Baden).
Im Gegensatz zu imposanten und ungewöhnlich gestalteten Bauten wie in Rom, Bilbao oder Marseille setzte die Stadt Amsterdam auf Tradition und innovative zeitgemäße Modernisierung beim Rijksmusuem und auf einen umstrittenen, modernistisch klotzartigen Anbau - die Badewanne genannt - beim Stedelijk-Museum. Amsterdam gehört nicht nur für Europäer, sondern auch für Touristen aus aller Welt zum Europaprogramm. Amsterdam muss man gesehen haben, amerikanische, japanische oder chinesische Reiseunternehmen haken Städte wie Amsterdam, Köln, Heidelberg, Paris oder Rom oft an einem Tag ab, dann hat man Amsterdam zwar in minimaler Dosis sehen können, aber letztlich hat man kaum etwas mitbekommen von Kultur und Geschichte, den Rest erledigt die Digitalphotografie, inzwischen vornehmlich das iPhone oder ähnliche „smarte electronica“. Auch wenn man die Stadt für vier oder fünf Tage besucht, weiß man im Prinzip nur das Wichtigste über die Grachtenstadt, es gibt keinen Menschen, der behaupten kann, eine Stadt in so kurzer Zeit kennen gelernt zu haben. Selbst die Besuche in den Museen, Kirchen oder Stadthäusern sind nicht mehr als schnell vertilgte lukullische Fingerfoodhäppchen, sie haben sehr gut geschmeckt, aber später weiß man auch nicht mehr, welche Leckereien man genau zu sich genommen hat. Dagegen wirkt das Begleitprogramm einer derartigen Tour wesentlich länger, das besondere Restaurant mit oder ohne Stern, die Pret a porter Mode in den Shopping-Meilen oder das Hotelzimmer mit Ausblick auf die Keysergracht beispielsweise. Wenn das Wetter mitspielt, bleibt jede architektonisch vielseitige Stadt in langer positiver Erinnerung, ob die Bedeutung und das künstlerische Wesen „Der Nachtwache“ von Rembrandt oder Vermeers „Mädchen mit Perlenohrring“ wirklich nachhaltig im Gedächtnis bleibt, erscheint fraglich. Jeder Bildungsbürger kennt schließlich beide Bilder, auch wenn man sie zuletzt in der 11. Klasse auf dem Gymnasium gesehen hat. 
Bei philosophiekunst Reisen ist das ganz anders, wie die meisten unserer Mitreisenden inzwischen wissen, denn die Vorbereitung auf die Führungen werden nicht eben mal abgehandelt, sondern sind thematisch durchdringend, illustrativ und vor allem detailgenau informativ, da bleibt was hängen, weil Eva Degenhardt diese Kunstwerke Bild für Bild auf ihren Inhalt und ihre Technik untersucht und vor Ort mehr zu erzählen weiß als manch professioneller Guide, der von vorneherein das touristische Verlangen nach Aufklärung als oberflächlich abtun mag; es soll Führer dieser Art geben.
Dieses Wissen und diese Empathie, die bei den Führungen von philosophiekunst geboten werden sind in ihrer Art und Bedeutung hohe Qualität und das Ergebnis langer, intensiver Recherchen. Wochen und Monate vorher werden die Museen durchschritten und Kataloge gewälzt, im Internet trägt man Hintergrundmaterial zusammen, um dann vor jedem wichtigen Kunstwerk so zu reüssieren, dass es den Zuhörenden wirklich Spaß bereiten kann. Wer schließlich später nach der Heimkehr einen der Vorträge Eva Degenhardts über dieses Thema in der Rahner-Akademie verfolgt, wird wiederum erstaunt sein, was im nachhinein zusätzlich an Wissen, Analysen und Deutungen  diese Kunstwerke so eminent wichtig machen. Das ist Leidenschaft und Berufsethos in Personalunion und geht weit über das hinaus, was man landläufig über kunstgeschichtliche Exkurse zu hören bekommt. Es geht aber in diesem newsletter nicht darum, das hohe Lied auf die Organisatoren zu singen, denn neben Eva Degenhardt steht noch Frau Opitz und Anne Nettesheim, die sachlich und pragmatisch alles organisieren. Es geht darum, dass philosophiekunst einen Anspruch hat, einen Anspruch an diese Form des Kunst- oder Kulturtourismus, weil es wie in dem Kunstwort philosophiekunst schon zu vernehmen ist, Philosophie und Kunst gleichermaßen in allen Aktivitäten zum Tragen kommt. Wir wollen anders sein als beispielsweise studiosus oder ZEIT-Reisen (um in diesem Tourismussegment zu bleiben), ob wir besser oder schlechter sind, sei dahingestellt, in jedem Fall versuchen wir das Erlebnis Stadt mit seinen Kultureinrichtungen nicht unter dem Aspekt des schnellen Konsumismus zu erledigen, sondern den Reisenden auch eine Auszeit von ihrem Alltagsgeschehen zu bieten, was ihnen bei konzentrierter Wahrnehmung auch gelingen kann. Die letzte Reise nach Marseille hat bewiesen, dass aus einem wahrscheinlich vorurteilsbeladenen Affront gegen die diesjährige Kulturhauptstadt Europas vielleicht sogar eine kleine Liebe werden konnte, denn das Marseille vom Vieux Port über die Besichtigung der Kirche Notre Dame de la Mer und dem einzigartigen Blick über diese aus vielen bunten Puzzlesteinen zusammengesetzte Metropole am Mittelmeer würde keiner in dieser kurzen Zeit so intensiv kennen gelernt haben. Wir wissen, dass es immer nur ein Vorgeschmack sein kann, aber wer diese Art des Stadttourismus mit philosophiekunst erfahren hat, bekommt sicherlich Lust auf mehr.
Lenken wir nun einen aktuellen Blick auf die diesjährige Biennale in Venedig, die vor wenigen Tagen begonnen und jetzt unseres Erachtens für positive Aufregung oder positives Interesse gesorgt hat. Die Reisen nach Venedig sind fester Bestandteil des Programms  seit Gründung des Vereins und da diese älteste Biennale der Welt immer wieder für neue Überraschungen sorgt oder neue künstlerische Positionen oder Strömungen zeigt, wird sie zu recht von uns sehr gut vorbereitet und soll für unsere Mitreisenden wie auch beim letzten Mal ein reiches und intensives Kunsterlebnis werden. Dafür stehen zum einen die Ausstellungen in den Giardini, zum anderen die Projekte, Installationen oder Skulpturen im Arsenale, aber auch die diversen Palazzi, die dieses Jahr wieder vielen neuen Ländern die Gelegenheit geben, sich auf dieser monumentalen Kunstschau zu präsentieren. Angolas Pavillon erhielt den großen Preis für die Länderperformances und man darf gespannt sein, was rund um die Piazza San Marco alles gezeigt wird. Venedig ist aber auch das prototypische Kunst- und Kulturevent schlechthin, der inzwischen ausschließlich vom Kunst- oder Kulturtourismus lebt. Ohne die Millionen Menschen, die jedes Jahr die Lagunenstadt überschwemmen, wäre die Stadt nicht mehr lebensfähig, vielleicht wäre sie mangels
Valuta schon untergegangen, eine Gefahr aber die Venedig stetig bedroht. Die Masse der
hineinschwärmenden Touristen sowie die Erlaubnis, die Superkreuzfahrschiffe in die Stadt einfahren zu lassen, wird dem fragilen Steinhaufen auf Stelzen letztendlich den Garaus bereiten. Ein Szenario, das von den meisten Verantwortlichen Italiens und Venedigs schlicht und einfach ignoriert wird, aber die Wirklichkeit nagt an den Holzbohlen, die in den Meeresschlamm gerammt wurden. Hier zeigt sich wie Kulturtourismus, monokulturelle wirtschaftliche Grundlagen und ökologisches und wirtschaftliches Versagen der Politik nicht nur Hand in Hand gehen, sondern auch die kontinuierliche Zerstörung eines Weltkulturerbes in Kauf nehmen. Für philosophiekunst bedeutet diese Situation ein schmaler Grat zwischen Vernunft und kulturellem Auftrag, einerseits sind die diversen Biennalen wesentlicher wirtschaftlicher Erhaltungsfaktor der Stadt durch Gastronomie und Tourismusbranche, andrerseits sind sie weltweit anerkannte Gradmesser der kulturellen Entwicklung in bildender Kunst, Architektur und Film. Aber kann das der Preis dafür sein, dass schleichende bis massive Destruktionsformen stillschweigend in Kauf genommen werden. Inzwischen leben
gerade mal nur noch 30-50tausend native Venezianer in ihrer Heimatstadt, den meisten war der Disneyland artige Rummel irgend einmal zu viel, so dass sie auf das Festland übersiedelten. Die Touristen können ihre Hände sehr leicht in Unschuld waschen, sind sie doch nur kurze Zeit da und meinen, dass gerade ihnen keine Schuld daran trifft, wie und warum die Bedrohung der Stadt durch die Kräfte der Natur und der Unverantwortlichkeit einer gierigen Tourismusindustrie Jahr für Jahr wächst. Romantische Abende an den Kanälen oder überwältigende seelische Stimmungshochs während einer Gondelfahrt in der Abendsonne bleiben in ewiger Erinnerung, la dolce vita für ein paar entspannte Tage und nach uns die Sintflut. Wir möchten darüber eine Diskussion anstoßen, denn wenn unsere Kinder Venedig noch erleben wollen, muss irgendwann einmal, mindestens
1 Minute vor Zwölf, der Stecker dieser zum Rummelplatz verkommenen wunderschönen alten Stadt, ein immer noch sichtbares Sinnbild und beredter Zeuge einer längst vergangenen Zeit, herausgezogen werden. Wir alle haben mit unserer Verklärung einer romantischen Vergangenheit dieser Stadt mehr geschadet als genutzt. Die wertvollen Immobilien der Stadt sind inzwischen in alle Welt verscherbelt worden, die russischen Oligarchen und die neuen chinesischen Staats-kapitalisten kaufen sich einen europäisch gestalteten Sehnsuchtsort (NZZ) ein, um dem alten und neuen Geldadel des Westens Paroli zu bieten. Aber auch französische Milliardär Pinault hat mit seinen Museen die passende Kulisse für seinen exklusiven Gemischtwarenhandlung mit sehr viel Geld erstanden.
Wir fahren mit kritischen Engagement und auch mit konstruktiver Distanz nach Venedig, wohl wissend, dass lediglich die Liebe zur zeitgenössischen Kunst nicht der Preis dafür sein kann, dass eines der wichtigsten erhaltenen Stadtbilder Europas dem Untergang geweiht ist. Venedig ist inzwischen die perfekte Allianz aus Kunst, Kommerz und Katastrophe und die Jacht von Roman Abramowitsch sollte wirklich kieloben in der Lagune versenkt werden. 
Dieses Jahr erwartet uns nicht nur die Kunstdarstellungen so vieler Länder, sondern auch ein Konzept, das sich elementar von den bisherigen Kuratierungen unterscheidet. Vielleicht ein Fingerzeig in Richtung Zukunft. 
Bleibt am Schluss die Aussicht auf die Zukunft des Kunst- oder Kulturtourismus, wie wir es sehen oder wie diese Entwicklung unserer Meinung nach aussehen könnte.
Der Zenit dieser Form des Tourismus ist noch lange nicht erreicht, auch weil inzwischen Länder wie China, Indien oder Russland einen höheren Lebensstandard erreicht haben und eine bestimmte zu Geld gekommene Mittelschicht das Reisen ins alte Europa zum Standard ihrer Lebensentfaltungs-wünsche erhoben hat. Es ist aber davon auszugehen, dass man diese Art des Reisens nicht unbedingt mit unseren Vorstellungen von Kulturtourismus vergleichen kann, es wird zum Prestige gehören, einmal in London, Rom, Paris oder Venedig gewesen zu sein, so schnell wie eine Stadt sinnlich „erobert“ wird, so schnell wird sie auch wieder verlassen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir Menschen, die im Westen groß geworden sind, mehr und mehr den gesamten fernen Osten, einschließlich China, die Philippinen und Indonesien, Brasilien, Indien oder auch Russland zum touristischen Ziel erklärt haben. Aber was sind 500 Millionen Europäer gegen 3 Milliarden Inder und Chinesen, um nur Vergleichszahlen zu nennen und wenn nur 5 Prozent der Chinesen in ihrem Leben die Chance bekommen, Europa zu bereisen, dann reicht das für sehr lange Zeit aus. 
Die audiovisuellen Möglichkeiten mittels smartphones und Tablets werden den Kulturtourismus der Zukunft mehr und mehr dominieren und verändern, auch weil es bei weitem der bedeutendste Zweig für die europäische Wirtschaft ist.
Aber wie werden die reisenden Menschen untergebracht, wie sieht die gastronomische Versorgung aus? Schon jetzt sind Hotels und Pensionen, Jugendherbergen und Campingplätze in den bevorzugten Städten wie Venedig, Avignon oder Florenz/Siena schon im Vorfeld der Reisesaisons ausgebucht, hinzu kommt, dass die Wohnsituation für Einheimischen in diesen Städten schon lange mehr als gespannt ist. Ob hier neue Formen des Reisens wie Couchsurfing, airbnb oder wimdu Abhilfe leisten können, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht positiv beantwortet werden.
Wir meinen aber, dass das individuell zugeschnittene Konzept von philosophiekunst auch für andere Reiseveranstalter zumindest beispielhaft und überlegenswert ist. Kernpunkt ist und bleibt die Fokussierung auf die Kunst- und Kultur, deren Wert und Wichtigkeit im Mittelpunkt jeder Reise steht, weil wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, unseren Mitgliedern nicht nur ein paar entspannte und andersartig gestaltete Tage zu bieten, sondern sie wirklich mit der Reichhaltigkeit der jeweiligen Kulturorte nicht nur vertraut zu machen, sondern auch ein nachhaltiges Verständnis zu wecken.   
Der Verband deutscher Kunsthistoriker meint zur Zukunft des Kulturtourismus folgendes: 
Trotz zahlreicher nachweisbarer Erfolge gibt es bei vielen Kulturanbietern aber auch Unsicherheiten im Hinblick auf die richtige Vorgehensweise. Zentrale Fragestellungen sind dabei vor allem: Wie sehen die Reise- und Freizeittrends der Zukunft aus und welche Konsequenzen haben diese für den Kulturtourismus? Wer ist der Kulturtourist von morgen und welche Angebote wird er erwarten? Welche Qualitätsanforderungen werden an die Kultureinrichtungen im Tourismus gestellt und welche Bedeutung hat das Marketing bzw. die Markenbildung für die Qualitätssicherung im Kulturtourismus? Welche Kooperationspartner sind wesentlich für den Erfolg und wie kann die Zusammenarbeit zufriedenstellend für alle Beteiligten ablaufen?
In der Zeitschrift Tourismuswirtschaft Austria International wird bemerkt:
Der hohe Stellenwert des Kulturtourismus in Europa wird schon an der Dichte der UNESCO-Welterbestätten deutlich. In 43 Ländern des Kontinents sind sie anzutreffen, wobei Österreich mit neun an der Zahl zu den kleineren Vertretern zählt. Großbritannien kommt auf 26, Frankreich auf 36, Deutschland auf 37, Spanien bringt es auf 44 und Italien sogar auf 46 Welterbestätten.
Auch bezüglich der von der EU definierten 29 Kulturwege Europas, mit denen grenzüberschreitende Kulturreisen mit besonderen Themen unterstützt werden (die im Übrigen noch deutlich ausbaufähig sind) ist Österreich nicht in der vordersten Liga zu finden . . . . .  in Europa gibt es 14 Kathedralen mit dem Namen St. Martin. Weiterhin sind ihm in Frankreich 3.700 Monumente gewidmet, sowie mehr als 500 in Spanien, 700 in Italien und 350 in Ungarn.  . . . . . . gehören die weit bekannteren Donau-Wege, die Europäischen Eisenstraßen, die Santiago-Routen (Jakobswege) oder die Mozart-Wege. 
. . . . . . Darüber hinaus gilt der Kulturtourismus als saisonunabhängig, nachhaltig, krisenresistent und profitiert vom Trend zu Kurz- und Städtereisen sowie von Billigflügen . . . . . . .  ff
Zitat aus einem Kolloquium der Viridiana Universität in Frankfurt/Oder
Kulturtourismus, Zukunft für die historische Stadt. Tagung unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission
von Kirstin Boberg
Trotz des wachsenden Interesses an historischen Städten entwickeln sich die monetären städtischen Ressourcen oft defizitär. Um der historischen Stadt nachhaltig eine Zukunft zu geben, bedarf es daher eines ganzheitlichen Ansatzes sowie des Dialoges zwischen lokalen Akteuren und Entscheidungsträgern. Erlebbarkeit von Geschichte und die Sicherung der städtischen Lebensqualität mit ihrer gesamten kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit können zu ihrer ökonomischen und kulturtouristischen Entwicklung und Sicherung beitragen. Nur durch interdisziplinäre Handlungsweisen kann die ständige Veränderung der soziokulturellen Bedürfnisse, der politischen Strukturen und der wirtschaftlichen Entwicklungen in Zukunft gelenkt werden. Synergien von Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur müssen mobilisiert werden. Die Ressource historische Stadt ist ein hervorragender Standortvorteil, welcher durch professionelles Stadtmanagement genutzt werden kann.
 
Fazit
Die Bereiche kulturelle Vielfalt, Qualitätstourismus und Beschäftigungspolitik sollten in Zukunft eine Art goldenes Dreieck der europäischen Regionalpolitik darstellen.
Albert Camus schrieb schon 1944
„Ihr sagt Europa, aber ihr meint soldatenreiches Land, Getreidespeicher, dienstbare Industrie, gelenkten Geist. (...) Für Euch ist Europa dieser (...) Raum, in dem Deutschland eine Partie spielt, deren einziger
Einsatz sein Schicksal ist. Für uns ist Europa jener Boden, auf dem sich seit 20 Jahrhunderten das erstaunlichste Abenteuer des menschlichen Geistes abspielt.“
Wolfgang Neisser im Juni 2013

 

 

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