04/11/2016 18:49

Newsletter Philosophiekunst e.V - 03.04.2016

Denken gefährdet die Gewohnheit

Architektonische Symphonien im Welthandelshafen Rotterdam

Rotterdam hat nicht nur prestigeträchtige Architekturprojekte und den größten Hafendes Kontinents. Die jüngste Entwicklung zeigt: Rotterdam könnte die erste Stadt werden, inder die Utopie einer transkulturellen IdentitätWirklichkeit wird.

Su-Ran Sichling, deutsche Künstlerin

"Es ist genau diese Mischung aus Menschenund deren Kulturen, die das heutige Rotterdamausmacht"

Paul van de Laar, Direktor des Rotterdamer Stadtmuseums

"Ich möchte Weltenbürger sein, überall zuHause und überall unterwegs."

Erasmus (Desiderius) von Rotterdam (1467-1536),Holländischer Theologe und Philosoph

In Rotterdam geht die Politik mit bestem Beispielvoran, während anderswo zähe und teilweise absurdeDiskussionen entfacht werden, wenn sich einnicht lupenreiner indigener Kandidat um ein hohes Amt bewirbt, hat Rotterdam 2009 Ahmed Aboutalebals Erstem muslimisch geprägten Immigrantenmit holländisch-marokkanischer Doppelstaatsbürgerschaftan die Spitze einer Metropole im"christlichen Abendland" gewählt.

Aber zunächst sollte man einen Blick auf einen geschichtlich wichtigen Anlass werfen, der uns Deutsche betrifft, denn uns verbindet eine unselige Vergangenheit mit der Stadt an Maas und Meer.Schließlich waren es Heinckel- und Junkersbomber, die am 14. Mai 1940 fast die ganze Innenstadt zerstört haben, um dann die nationalsozialistische Kriegsmaschinerie in Bewegung zu setzen, um sich Holland in nur fünf Tagen einzuverleiben und fast fünf Jahre mit seinem Schreckensregime zu unterjochen.

Dieser grauenvolle Maitag ist bis heute für die Rotterdamer ein wichtiger Gedenktag. Cees Nooteboom,der weltbekannte Schriftsteller, im nahen Den Haag geboren, schrieb: Was ist mir denn in Erinnerung geblieben? Der Himmel, rot vom brennenden Rotterdam in der Ferne. Fallschirmjäger, die sehr langsam herabschwebten, wie gefährliche Engel.Der Einmarsch der deutschen Truppen, den ich an der Hand meines Vaters erlebte. Ich war sechs Jahre alt.

 

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